Die Gedanken sind frei
Archiv für 14. Januar 2008
Gentechnik durch’s Hintertürchen
14. Jan
Gentechnik-Gesetz Weichere Regeln für Kennzeichnung ”ohne Gentechnik”:
Union und SPD haben sich auf ein neues Gentechnikgesetz geeinigt. Nach dem Kompromiss dürfen Lebensmittelhersteller ihre Produkte auch dann als “gentechnikfrei” deklarieren, wenn bestimmte wenn gentechnisch veränderte Zusatzstoffe eingesetzt werden.
Es geht um tierische Lebensmittel mit Zusatzstoffen, die in der EU-Öko-Verordnung zugelassen sind. Außerdem dürfe es keine Alternative zu diesen Stoffen geben.
…
Die SPD-Fraktion erhofft sich von der Kennzeichnung mehr Druck auf die Industrie. Beim Genmaisanbau soll wie bereits beschlossen ein Sicherheitsabstand von 150 Meter zu Mais und von 300 Meter zu Öko-Mais gelten. Die Koalition will aber schärfere Regeln, falls ein Landwirt dies über Absprachen mit dem Nachbarbauern umgehen will.
Ich bin einmal gespannt, wie die Damen und Herren Politikern den Pollen des gentechnisch veränderten Mais sagen, das sie gefälligst nach 290m das Schweben einzustellen haben.
Auch eine Kennzeichnung “Gentechnikfrei” (wenn’s das nicht ist) ist ein interessanter Schachzug. Demnächst: Benzinfreiaufkleber für Dieselfahrzeuge, Ölfrei für Zweitakter und Hirnfrei für Regierungsmitglieder (dem Leser sei’s überlassen zu entscheiden, welcher der drei Vergleiche aus der Reihe fällt).
Briefing
14. Jan
Schall und Rauch: „Wurde der gar nicht gebrieft vorher?“:
„Was hätte der Staat Deutschland eigentlich für Sie besser machen können?“ Kaymak antwortete: „Für mich besser machen können? Das Rauchergesetz ab…, nein (lacht). Für mich besser machen können? Da fällt mir eigentlich jetzt nicht viel ein, weil, es ist ja eigentlich alles gegeben an Möglichkeiten, man muss sie nur ein bisschen selber suchen…“ Damit hat offensichtlich der junge Mann nicht den Regieanweisungen die vorher abgesprochen wurden gefolgt und hat den Argumenten die gebracht wurden wiedersprochen. Worauf der Grünen-Politiker Özcan Mutlu flüsterte: „Wurde der gar nicht gebrieft vorher?“
Mal abgesehen davon, dass ich die momentan (alle Jahre wieder) “Anti-Ausländer-Kampagne” von Koch und Co. ziemlich verachtenswert finde, ist dieses Sahnestück aber mal wieder amüsant. In einer Sendung, die sich da “Hart aber Fair” nennt, scheint man also nach Regieanweisungen zu talken (und warum sollte das da anders sein als bei den Trashtalks der Privaten?) und seine “Stimmen aus dem Volk” entsprechend die gewünschten Erfahrungsberichte aufsagen…
Update: Mittlerweile hat man sich darauf geeinigt, dass nicht inhaltlich, aber halt die Fragen hätten abgesprochen werden sollen, was aufgrund zeitlicher Knappheit nicht möglich war. Die Frage soll sich somit auf den leicht stotternden Auftritt des Publikumsgastes bezogen haben.
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