Category Archives: Netbooks

Chromebook – ein Monat

So, jetzt habe ich das Baby seit einem Monat. Mir fehlt immer noch der Media-Player und der ein- oder andere Remote-Desktop-Client. X-Forwarding funktioniert anscheinend nur, wenn man das Chromebook in den Entwicklermodus geschaltet hat – wenn man das tut, dann wird man darauf aber auch sehr prominent hingewiesen. Gerade habe ich das Gerät einmal an einen externen Bildschirm angeschlossen – und dabei herausgefunden, dass die Tastenkombination STRG+Vollbildschirm (STRG+F4) die Auflösung bzw. Aufteilung der Bildschirme ändert, damit sehe ich dann auch die 1920×1200 px die mein Bildschirm anzeigen kann.
Insgesamt verwende ich das Chromebook mittlerweile so, wie es bei den Netbooks wohl mal vorgesehen war – als Browsing-Gadget mit Tastatur. Das fühlt sich besser an als ein Android-Tablet. Aber einen vollwertigen Laptop/ PC ersetzt das nicht.

… und der zweite Tag

chromebook

Heute dann der zweite Tag mit dem Chromebook – Mission Arbeit. Aber erst einmal die IT dafür anpassen. Ich habe zuerst einmal auf meinem VDR-Rechner (ein alter EEE PC 701) cloudprint installiert, damit ich mit dem Chromebook drucken kann, ohne einen anderen Rechner dafür starten zu müssen.

Die Powerpoint vom Kollegen hat google docs geschluckt und zeigt sie auch einigermaßen richtig an. Wenn man diese konvertiert, findet sich in google docs aber keine entsprechende Funktionalität für die Masterfolie. Das Design wird übernommen, es ist aber unklar, wie man dieses dann bearbeiten kann.

Ansonsten hat mich google docs mal wieder daran erinnert, dass Präsentationen durch Slides nur unterstützt werden sollen, und nicht das die Slides der per Projektor an die Wand geworfene Version des gesamten Vortrags sind – sprich die Schriftgrößen sind im Standard sehr groß. Das Arbeiten geht gut von der Hand, und die Features, die man wirklich braucht sind auch gut umgesetzt. Warum ich so viel über google docs schreibe? Nun, bisher hatte ich immer mal wieder einen Versuch unternommen, google docs zu nutzen, aber auf einem PC/ Laptop habe ich keinen Grund, das auch zu tun, weil (Libre-) Office nur einen Mausklick entfernt sind.

Dann ging es auf einen Nachmittagsspaziergang:

Skyline Hamburgs in HDR

Die Bilder bekommt man mit dem Chromebook nicht vom Telefon (das sich als MTD meldet, d.h. nicht als schnöder Massenspeicher). Dafür gibt’s google+ mit Instant Upload Funktion. Dann landen die Bilder bei g+ und dort kann man sich die wieder abholen (oder gleich verlinken).

Dann ein wenig Spiegel Online lesen. Da fällt mir auf, dass Tahoma mittlerweile echt grottenschlecht ausschaut. Also für alle, die Tahoma, Verdana und Arial nicht mehr sehen können und Arimo (Google Font für’s Chromebook) haben, hier ein userstyle für Stylish.

Im Chrome Web Store gibt es leider eine Menge “Apps”, die nichts mehr sind als ein Link auf die Page einer x-beliebigen Firma. Das sollte meiner Meinung nach stärker markiert werden, denn einen Link kann ich mir einfacher in meine Bookmarks packen. Wenn ich mir eine “Chrome Web App” installiere, dann erwarte ich eigentlich etwas, was den Funktionsumfang einer Seite X um dieses oder jenes Feature erweitert, nicht einen Link.

Surfen gefällt – wie mit Chrome eben – und wenn man das Netbook mit Windows 7 startet, um dann ca. eine Minute auf den Login-Screen zu warten und eine weitere, bis der Browser sich endlich öffnet, lernt man das Chromebook zu schätzen. Beim Chromebook spielt es keine Rolle, ob es im Standby war oder heruntergefahren, das Eingeben des Passworts dauert länger als das starten. Heute Morgen habe ich das Netbook angemacht – erst einmal neun Updates in Windows 7 – das passiert einem mit dem Chromebook nicht. Alles, was man mit einem neuen Windows 7 Laptop machen muss

  • Programme, die vorinstalliert mitkommen löschen
  • Notepad++ und CCleaner installieren
  • Alle möglichen Einstellungen umdrehen (z.B. Anzeige von bekannten Dateiendungen einschalten)
  • etc. pp.

sind mit einem Chromebook einfach nicht notwendig. Das hat eben Vor- und Nachteile. Bisher konnte ich alle Aufgaben “in der Cloud” erledigen, aber die “User Experience” könnte noch ein wenig reibungsloser sein.

Ein halber Tag Chromebook

Mein Chromebook

Mein Chromebook hat also jetzt seine ersten acht Stunden (mein Schlaf abgezogen) hier verbracht. Zeit für die ersten Gedanken zum “Browserlaptop”.

  • Zwar gibt es eine Chrome-App für Citrix (Citrix Receiver), die nützt aber leider nüscht, wenn der Citrix-Server-Betreiber Technologien, die jünger als zehn Jahre sind, für Teufelszeug hält. In diesem Falle kann man sich beim Server nur .ica-Dateien abholen, die ein paar Minuten gültig sind. Unter Windows kann man damit den Citrix-Client starten, unter Linux geht das ähnlich (allerdings muss man da noch ein wenig fummeln, damit das dort per Point & Click funktioniert). Für die Arbeit fällt also das Chromebook schon mal flach; schade eigentlich.
  • An das lokale NAS kommt man via dessen Web-Oberfläche – was zu erwarten war – und kann sich dort die Medien herunterladen. Leider ist der Medienplayer Chromes nicht wirklich der Hit. Ich wünsche mir, VLC starten zu können. Hier gibt’s aber bestimmt Patent- & Lizenzprobleme, wenn die Google-Partner die Geräte mit VLC drauf verschicken. Das im der Entwicklerversion von ChromeOS ein Window-Manager auftaucht, macht Hoffnung.
  • Die Shell (STRG + ALT + T) mit SSH-Unterstützung ist ein nützliches Werkzeug.
  • Was Google nie selbst machen würde: ich würde mir eine Unterstützung für den VMWare-Player wünschen. Wir schmeißen im Job, wenn jemand was neues zeigen möchte oder wir zusammen etwas entwickeln gerne mit VMs. Um die auszuführen, wäre das Chromebook prinzipiell leistungsfähig genug, und ich hätte gar keinen Grund für ein Firmenlaptop mehr…
  • UPNP/ DLNA für MP3 und Filme wäre klasse.

To be continued…

Houston, WeTab a problem!

Management Summary: das WeTab ist zu unfertig, und die Chancen stehen aus meiner Sicht schlecht, dass sich das noch ändert.

Ich verlinke zum Anfang einen der ersten Artikel zum WeTab (damals noch WePad). Schon damals, so im Mai 2010, war man sich nicht sicher, ob das mit dem WeTab so ein großer Wurf wird. Klar, die Hardwareausstattung schien dem iPad um Weiten voraus, aber das hilft nicht viel, wenn die Software, vor allen Dingen das Software-Angebot nicht da ist. Apple hat hier den Vorteil, die iPhone-Apps einzustreuen (auch wenn die auf dem iPad nicht wirklich Spaß machen) – und die Entwickler nicht lange überzeugen zu müssen, dass das iPad “das nächste große Ding” wird. Aber genug von der WeTab-Konkurrenz, denn die muss man gar nicht mal ansprechen.

Es begab sich, dass ich am Samstag in den lokalen Media Markt pilgerte, um den Bedarf nach neuem Spielzeug zu stillen. Und da war es – das WeTab. Nachdem alle rationalen Entscheidungsmechanismen außer Kraft gesetzt waren, trug ich schlußendlich eines der Geräte in einer ansprechend kleinen Verpackung aus dem Laden.

Vorab: Ich bin ein geek und stehe dazu. Meine Android-Devices hatten Kinderkrankheiten, die ich Ihnen verziehen habe, denn ich vertraute auf Updates. Dass das Milestone nicht “Flash-Ready” ist, wie ursprünglich beworben, verzeihe ich ihm auch. Kurzum: wenn ein Gadget mal nicht so läuft, wie man sich das so vorstellt, dann arrangiere ich mich damit.

Nach dem Einschalten kurz einrichten und auf das Update warten – soweit, so gut, keine Probleme bis hierhin. Aber das war es auch schon… das erste Starten des Browsers hat dann schon den Eindruck vermiest (“You never get a second chance to make a first impression”). Die Schaltfläche zum Schließen des Browsers ist zu klein, und der Touchscreen zu ungenau, so dass man diese Schaltfläche wirklich intuitiv trifft (die Berührung ist ca. 5mm neben dem Punkt, an dem sie erkannt wird). Der Google Reader funktioniert nicht, weil der Browser nicht darauf eingerichtet ist, dass die Seite per Javascript dynamisch nachgeladen/ verlängert wird. In Google Mail kann man nicht vernünftig scrollen. Abhilfe: Google Chrome (bzw. Chromium) steht als “App” bereit. Der ist dann aber nicht “Touchifiziert”, so dass man dort wie am Rechner mit dem Finger am Scrollbalken arbeiten muss – was aufgrund der erwähnten Ungenauigkeit des Displays keinen Spaß macht. Wenn man in Chrome zoomt und aus Versehen den Vollbildmodus aktiviert, hilft nur noch ein Neustarten des Geräts – anders war es mir nicht möglich, den Vollbildmodus zu verlassen. Hier würde es sich anbieten, dass der Einschaltknopf den Desktop als aktives Element zusammen mit dem Ausschalt-/ Standbydialog in den Vordergrund holt. Zurück zum Standardbrowser: auf Doppelklick zoomt der das aktuelle Element wie von den iSonstwasses bekannt. Allerdings erst mit 10 – 15 Sekunden Verzögerung, und dann auch nicht richtig. “Multitouch” steht zwar dran, ist aber völlig zu vergessen.

Das Display ist zehn Mal zu neigungsabhängig. Für ein Gerät, dass hochkant oder auf dem Schoß liegend genutzt werden soll i-n-d-i-s-k-u-t-a-b-e-l. Apropos auf dem Schoß liegen: das WeTab bringt ein stolzes Kilogramm auf die Waage. Damit kann man es nicht dauerhauft mit dem Handballen aufrecht halten, das gibt Krämpfe. Womit wir wieder bei der Blickwinkelabhängigkeit wären…

Das Mailprogramm ist Claws Mail und völlig ungeeignet. Wenn der Mailserver nicht richtig eingerichtet wird, verabschiedet sich der Mailclient ins Nirvana und fragt beim nächsten Start wieder die Kontodaten ab. Soweit, das Programm wirklich auszuprobieren, bin ich gar nicht gekommen.

OpenOffice liegt bei, lässt sich aber kaum bedienen. Auch hier spielt wieder die Ungenauigkeit der Eingabe mit herein – und dass, entgegen der Hilfefunktion, ein langes Berühren einer Stelle nicht als Rechtsclick ausgewertet wird.

Die “Apps” sind entweder einfache SDL-Programme, wie man sie auch aus den Distributionen kennt (z. B. Tuxpaint, mit dem ich die Genauigkeit des Displays getestet habe) oder einfache Bookmarks, die den Browser mit der jwlg. Seite starten (z. B. Facebook, XING). Von der “stern App” z. B. ist keine Spur.

Die Bildschirm-Tastatur sieht nicht nur unprofessionell aus, sie reagiert auch bescheiden. Sie ist nicht Multitouch-fähig (z. B. mit gedrückter Umschalttaste einen Buchstaben eingeben ist nicht möglich) und man hat das Gefühl, dass sie Zeichen verschluckt oder zu schnell wiederholt. Klar, das Tippen auf einem Bildschirm ist gewöhnungsbedürftig, aber hier hat man anscheinend noch nicht viel Entwicklung hereingesteckt.

Wer sich die “root”-Shell installiert, kann auf die laufenden Programme zugreifen. Hier hängt eine komplette Linux-Toolchain herum, zusammen mit den Utilities, die 4tiitoo für das WeTab erstellt hat. Ohne mir das im Detail angeschaut zu haben: professionell sieht anders aus. Aber es läuft (so mäßig).

Android läuft noch nicht. Es wird spannend zu sehen, ob hier ein Emulator (das wäre gruselig!) wir im Android SDK gestartet wird, oder ob die Android-Toolchain (es gab ein Android, dass auf dem EEE701 “lief”) für das WeTab nativ kompiliert wird. Das wird übrigens kein kleiner Brocken werden, immerhin ist Android ein “Dreiviertellinux”, das in das Meego-basierte System ‘eingekreuzt’ werden muss.

Sollte ich auf die Updates warten? Hier wird’s richtig haarig, und ich erlaube mir, an dieser Stelle ein reines Meinungsbild abzugeben.

Das Gespann Neofonie/ 4tiitoo ist mir als “deutsches Startup” eigentlich sympathisch (sieht man mal von den PR-Desastern wie Präsentation eines WeTabs mit Film statt Benutzeroberfläche und der vermeintlichen Selbstbewertung bei Amazon ab). Aber diese Firmen sind einfach zu klein für die Entscheidungen, die sie getroffen haben.

Würde das WeTab mit einem angepassten Ubuntu-Netbook (mit größeren Schaltflächen, Touch-Panelübersetzung, Bildschirmtastatur) laufen, ich hätte mehr Möglichkeiten. Aber man hat sich “Meego” gesagt, und setzt damit auf eine der größten Totgeburten des letzten Jahres. Warum? Intel braucht kein netbook-Linux mehr, weil sich der Atom-Prozessor mit Windows glänzend verkauft – gerade weil Microsoft hier viele Zugeständnisse gemacht hat, als der EEE701 von Asus mit Linux auf dem Markt kam. Nokia hat schon Maemo nicht wirklich aus dem Geek-Stadium herausgebracht. Beide Firmen arbeiten noch an Meego (denke ich zumindest), aber weder sehe ich das System als strategische Plattform (für Telephone zu fett, für Netbooks zu unfertig, für Tablets ungeeignet), noch werden die WeTab-Firmen irgendwelches Gewicht haben. Als Indiz sehe ich die von 4tiitoo hinprovisierten Tools wie die Bildschirmtastatur oder den Browser. Bei einer gesunden Meego-Basis, die man als Partner und nicht als Bastler entwickelt, wären diese Tools aus der Meego-Distribution gekommen und gemeinsam entwickelt worden.

Und an dem Punkt sehe ich schwarz. Mit den aktuellen Testberichten, die ja berechtigt sind, werden die ersten WeTabs wie Backsteine in den Regalen liegen bleiben. Die vielen Vorschusslorbeeren, die man sich eingeheimst hatte, sind mehr als aufgebraucht, und es ist schon als Gefallen zu sehen, wenn ein Tester “das wird noch” schreibt. Von den ehemaligen “strategischen Partnerschaften” mit Medienhäusern ist nichts mehr zu sehen. Es gibt schlicht keine Infrastruktur – überraschend wäre, wenn diese noch dieses Jahr ausgerollt wird (es geschehen ja noch Zeichen und Wunder). Wenn das WeTab-Gespann nicht allerschnellstens ein Wunder geschehen lässt, sehe ich die Unternehmen an den finanziellen Rahmenbedingungen einer verpatzten Produkteinführung scheitern. Und dann kann man sich die Updates vom Hersteller von der Backe schmieren. Was bleibt ist ein 569,- (3G 32GB-Version) teures Linux Tablet mit ungenauer Touch-Eingabe (nicht Stift-bedienbar), zum U-Bahn-Surfen zu schwer und zum Arbeiten zu unpraktisch.

Ein letzter Lichtblick könnte die versprochene Android-Laufzeitumgebung werden. Wer weiß, vielleicht sehen wir ja aus der Homebrew-Ecke ein für das WeTab gebautes Android, dass die traurige Basis des Herstellers komplett ersetzt?

Update: Hier sieht das jemand nahezu 100%ig wie ich (englisch).

2. Update: Frau Fritsche weist darauf hin, dass sie mir ja gesagt hätte, dass das Ding Müll ist – “Today, I will gladly share my knowledge and experience, for there are no sweeter words than I told you so!

Netbook hype continues

Schon lange wurde nicht mehr über einen Aldi-PC im Vorfeld so aufgeregt diskutiert. Ab sofort wird das erste Mini-Notebook mit Intels Atom-Prozessor in Deutschland verkauft. Originalhersteller MSI und Medion haben sich für eine Kreuzung aus Mini-Rechner und Subnotebook entschieden, bei der der Benutzer fast keine Kompromisse mehr eingehen muss.

Golem.de
Das Gerät scheint gut zu sein – nur ist es “beim Aldi” schon vergriffen.