Die Gedanken sind frei
Politisches
Jetzt ist er da, mein Senf zu Street View
18. Aug
Beginnen möchte ich einmal mit den ersten Sätzen der Wikipedia Deutschland zum Thema Datenschutz:
Datenschutz bezeichnet den Schutz des Einzelnen vor dem Missbrauch personenbezogener Daten. Der Begriff wurde auch verwendet für Schutz wissenschaftlicher und technischer Daten gegen Verlust oder Veränderung – und Schutz gegen Diebstahl dieser Daten. Heute bezieht sich der Begriff meist auf den Schutz personenbezogener Daten. Bei personenbezogenen Daten wurde er auch für Schutz vor „Verdatung“ verwendet.
Chris von F!XMBR rührt dann auch gleich mal in der Polemikschüssel und behauptet, wer gegen Verbindungsdatenspeicherung ist aber Google Street View befürwortet, anscheinend Pornosüchtig und Raubkopierer ist:
Mit der VDS könnte ja ein übereifriger Beamter feststellen, dass Blogger X öfter YouPorn & Co. aufsucht. Die Netzsperren ausgeweitet auf Urheberrechtsverletzungen? Bloß nicht, dann kann Blogger Y ja nicht mehr die Piratenbucht aufsuchen.
Dafür ist bloggen ja da. Man kann einfach mal irgendwas unschuldig nebeneinander stellen, dem Leser die unvermeindliche Verbindung machen lassen, und dann darauf warten, dass die Kommentare eingehen. Das funktioniert hier wunderbar, wer vor Chris’ Artikel “gegen Street View” war, sieht sich bestätigt (weiter geht’s mit Kinderporno), dass Street View-Befürworter potentielle Kinderficker sind. Wer “dafür” ist, fragt sich, was Chris da schon wieder geritten hat.
Mich findet man übrigens recht zuverlässig darüber, dass meine Webseite ein Impressum hat (wie übrigens F!XMBR auch). Auch ohne nur ein Photo auf Street View ergibt die Suche “Mittelstraße Norderstedt” bei Google eine Menge Treffer. Ganz oben dabei: Der Kreis Segeberg mit einem Straßenverzeichnis, darunter dann Penny, Aldi und Schlecker in unmittelbarer Nachbarschaft. Dann nochmal mit Google Maps drauf geschaut, und man kann sich besser als man mit einem Häuserfrontphoto je gekonnt hätte, vorstellen, wie ich wohl wohne.
Das man das kann, hat aber nichts mit Google Maps, Penny oder dem Kreis Segeberg zu tun. Ich habe mich entschlossen, ein Blog zu führen und damit (um sicher zu gehen) ein Impressum herausgegeben. Das jemand, der das hier liest und mir dafür auf die Fresse hauen will, damit meine Haustür findet, war mir schon lange klar. Die personenbezogenen Daten hier ist das Impressum, kein Photo einer Häuserfront, dass ohne mein Impressum genauso da stehen würde wie 100.000 andere. Und das Impressum habe ich herausgegeben.
Websperren kommen auf EU-Weg zurück
05. Jul
Wie schon damals bei der Vorratsdatenspeicherung (in Deutschland abgelehnt, dann über die EU eingetütet), kommen jetzt die Websperren wieder zurück.
Eigentlich entwaffnend ist die Aussage der führenden Politikerin, warum man so etwas brauche:
Malmström antwortete auf diese Fragen nur zurückhaltend und brachte ihre Haltung auf eine simple Formel: “Wir wissen nicht, was wir nicht wissen”. Zwar sei der Umfang des Handels mit Kinderpornografie nicht bekannt, man wisse aber, dass es ihn gebe.
via heise online – Websperren: EU-Kommission will schnell handeln.
Es sind die gleichen Argumente, die auch schon Ursula von der Leyen brachte. Wir wissen nichts, nehmen aber an, was wir brauchen, um unser Anliegen zu unterstützen.
Da sei es nur am Rande erwähnt, dass es auch hier nicht um “KiPo” geht, sondern um Jugendanscheinspornographie – d. h. die Frage, ob es sich um Kinderpornographie handelt, oder nicht, liegt im Auge des Betrachters (Richters), und hat nichts mit dem tatsächlichen Alter zu tun.
Man wird langsam echt müde und ist versucht, den ganzen Kram einfach ungeachtet passieren zu lassen.
Parteispenden via Twitter
18. Feb
“Parteispende” veröffentlicht Großspenden auf twitter. Fragt noch jemand, wofür Twitter gut sein könnte?
Sparen Sie Millionen ein!
17. Feb
Neulich, auf dem Gang.
Vorstand: “Herr Fritsche. Mein Unternehmen hat ein Problem. Wir geben zu viel aus, und nehmen zu wenig ein. An den Ausgaben kann ich nichts machen, wir brauchen einen neuen Springbrunnen für das Vorstandsbüro, dringend! Auch kann ich die Management-Prämien nicht kürzen, wo kämen wir da hin, wenn das sich herumspricht? Die Einnahmen können wir auch nicht ändern, wir haben gerade für unsere zahlungsunwilligsten Kunden, als Ansporn, die Preise gesenkt!”
Fritsche: “Aber natürlich, Herr Vorstand! Da ich ihr Haus schon ein wenig länger kenne, ist mir aufgefallen, dass verschwenderisch mit Büroklammern umgangen wird. Hier könnten wir sparen, wenn wir einfach weniger Büroklammern verteilen. Wenn wir Glück haben, kann man mit den Papieren auch lose umgehen”.
Klingt unrealistisch? Irgendwie schon. Der Vorstand würde geschasst werden, und Herr Fritsche hätte vermutlich auf lange Zeit sein letztes Beratungsmandat gehabt.
Sowas funktioniert nur in der Politik…
“Islamfeindlichkeit kommt nicht vom Rand”
03. Dez
Ein sehr interessantes Interview in telepolis über die Bildung eines neuen Feindbildes: Der Moslem. Sabine Schiffer stellt während ihres Gespräches mit dem Interviewer auch sehr schön heraus, wieviel erschreckende Ähnlichkeit das Stereotyp “der Moslem” mit “der Joode!” hat.
Einfach mal lesen und in sich gehen.
Es ist seit Jahr und Tag gängige Praxis der sog. Eliten, dass allgemein relevante Themen auf markierte Gruppen projiziert werden. Dann kann man etwa unser Schulsystem so lassen wie es ist und muss nicht z. B. teuer die Schulklassen halbieren, sondern kann die daraus resultierenden Probleme den angeblich “Integrationsunwilligen” in die Schuhe schieben.
Kurz zum Minarettverbot
30. Nov
Menschenrechte sind unveräußerlich. Ich halte Religionsfreiheit für ein Menschenrecht (obwohl ich es am sinnvollsten finde, keine Religion zu haben). Mit Bedauern sehe ich, dass die Diskussionsforen und Umfragen zum Schweizer “Minarettverbot” von “Gratulanten an die mutigen Schweizer” beherrscht werden.
Das “wir” (“der Westen”, “die Zivilisierten”) gegen “die” (“die Araber”, “die Islamisten”, “die Moslems”, “die Terroristen”) hat offenbar gewirkt. Das macht mich traurig…
Open Access Petition
12. Nov
In Deutschland gibt es Petitionen, d. h. der Bürger hat die Möglichkeit, zu erwirken, dass ein bestimmtes Thema im Bundestag behandelt wird. Wenn die Petition angenommen wird und genügend Bürger mitzeichen (im Moment ca. 50.000). Hier ist z. B. eine Petition, die sich dafür einsetzt, dass Forschungsergebnisse, die mit Steuergeldern finanziert wurden, auch vom Steuerzahler zugreifbar sein sollen:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.
Orwell’sches Newspeak in Reinkultur: EU nennt “Netzsperren” “Internet-Freiheit”
09. Nov
Zum Heulen oder Lachen…
Der Name “neue Bestimmung zur Internet-Freiheit” ist allerdings irreführend.
via Internet: EU lässt Netzsperren zu | Digital | ZEIT ONLINE.
Haha. Bürgerrechte (ge-/ ent-/ ver-) stärkt. Haha.
06. Nov
Ja, ja, das waren noch Zeiten, als man unter Stärkung noch etwas verstand, was wirklich mit Stärke zu tun hatte. Heutzutage ist es oftmals schon als Stärkung zu verstehen, wenn dem geschwächten Opfer nicht noch zusätzlich in den Magen getreten wird.
via Telepolis wnews: Hallo, Bürgerrecht, ich helfe Dir mal hoch, ja?.
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