Die Gedanken sind frei
Beiträge getaggt mit Geld
Döpfner: Freier Zugang zu Informationen ist kommunistisch
14. Nov
Axel-Springer-Chef Döpfner hat die Forderung nach einem freien Zugang zu Informationen als kommunistisch bezeichnet. Genauso sinnvoll sei es zu fordern, dass das Bier im Supermarkt künftig kostenlos sein müsse.
via Springer: Freier Zugang zu Informationen ist kommunistisch – Golem.de.
Sehr geehrter Herr Döpfner,
Ich habe da eine Lösung für ihr Problem, und Sie wissen ja auch schon eine: nehmen Sie für den Zugang zu Ihren Informationen Geld. Für das iPhone haben Sie ja auch schon angekündigt, dass ihre Seiten in Zukunft nur noch gegen Geld zu haben sind. Und auch gegen Google News ist ein Kraut gewachsen: robots.txt.
Aber irgendwie befürchte ich, Sie haben ein anderes Problem. Ihnen geht es wohl darum, dass niemand bereit ist, Geld für ihren Mist, Unsinn und Dreck zu bezahlen. Und das, Herr Döpfner, nennt sich im allgemeinen Kapitalismus. Wenn ein Wettbewerber etwas günstiger zur Verfügung steht, kann ich entweder auch meinen Preis senken, oder meine Qualität erhöhen.
Ich bin mir sicher, dass eine Komplettsperre von Bild.de für “Kommunisten” die durchschnittliche Qualität der deutschen Medienlandschaft gewaltig erhöhen würde. Machen Sie also bitte schnell!
Open Access Petition
12. Nov
In Deutschland gibt es Petitionen, d. h. der Bürger hat die Möglichkeit, zu erwirken, dass ein bestimmtes Thema im Bundestag behandelt wird. Wenn die Petition angenommen wird und genügend Bürger mitzeichen (im Moment ca. 50.000). Hier ist z. B. eine Petition, die sich dafür einsetzt, dass Forschungsergebnisse, die mit Steuergeldern finanziert wurden, auch vom Steuerzahler zugreifbar sein sollen:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.
Die Lehman-Lüge
17. Aug
Letzten Freitag hatte ich am Flughafen mal Zeit, einen Artikel zu lesen, den ich mir schon vorher ausgedruckt hat.
Die Zeitschrift “Capital” stellt darin dar, dass die verhängnisvollen Bankenpleiten (ob nun real oder vom Staat mit Steuergeldern abgewendet) nicht erst mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ihren Anfang nahmen. Auch wenn das gebetsmühlenartig wiederholt wird:
Die Lehman-Lüge
Der Fall von Lehman hat Kapital und Vertrauen vernichtet, die Welt, wie wir sie kannten. Sagen deutsche Politiker und Bankbosse. Das ist die Unwahrheit, und sie wissen es. Die Pleite am 15. September 2008 war nicht der Auslöser der Entwicklung. Die deutschen Finanzhäuser gerieten schon Jahre zuvor in Schieflage.
Braunschweig vs. Flashmob 1:0
28. Jul
Was meint ihr? Geht es um die Kosten, oder die “Gefahr” wenn Bürger plötzlich etwas “gemeinsam” tun? Ich bin da unschlüssig. Andererseits, wenn ich die Wahl hätte, mit meinen Steuergeldern 25.000 Euro eine Party auf auf Sylt oder 25.000.000.000 Euro eine Bank in Mißwirtschaft zu finanzieren, würde ich mich doch eher für die Party entscheiden.
Doch anderen genügt das nicht. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus forderte nach der Syltparty via Bild bereits, Derartiges zu verbieten. “Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende unorganisiert feiern und anschließend die Gemeinschaft den Dreck wegräumen und die Folgen bezahlen muss”, sagte er. Wenn es keine Handhabe gebe, Initiatoren solcher Partys die Kosten in Rechnung zu stellen, müsse die Möglichkeit einer Gesetzesänderung geprüft werden.
Die mobilisierende Kraft des Internets
Der Verdacht liegt nahe, dass der Innensenator auf die Flashmobs schimpft, aber eigentlich über die mobilisierende Kraft des Internets verärgert ist.
via Flashmob – Braunschweig vertreibt die Internetmeute – Golem.de.
TP: Wachsender Widerstand gegen die GEMA
24. Jun
Die intransparenten Gebührenerhebungs- und Verteilungspraktiken der Rechteverwertungsgesellschaft GEMA gefährden nach Ansicht der Kritiker die kulturelle Vielfalt im Lande. Die GEMA-Richtlinien führen bereits heute oft dazu, dass viele Kleinveranstalter, die Konzerte mit Nachwuchstalenten anbieten, mehr Geld an die GEMA abführen, als sie bei diesen Veranstaltungen einnehmen. Von den GEMA-Abgaben der Kleinen profitieren derweil vor allem Rechteverwalter und Musiker, die dank ihrer hervorragenden Verkaufszahlen auf diese Quersubventionierung gar nicht angewiesen wären.
Dies hat zur Folge, dass das kulturelle Angebot ohne Not verödet, obgleich die Kultur in den Sonntagsreden der Politik doch ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft ist. Die GEMA reagiert auf dieses Problem auf ihre ganz eigene Art und Weise – sie erhöht die Abgaben für Konzertveranstalter, so dass diese sich, nach Angaben der Veranstalter, um bis zu 600% erhöhen wird. Um die Geschäftspraktiken der GEMA im Sinne der Allgemeinheit zu reformieren, hat sich nun die Wirtin und Konzertveranstalterin Monika Bestle mit einer öffentlichen Petition an den deutschen Bundestag gewendet.
via TP: Wachsender Widerstand gegen die GEMA.
600%? Mein lieber Scholli!
“Vorsortierung, Sachzwänge, deutsche Leitkultur”
17. Jun
Zu fragen hat man sich vielmehr, warum der Politik das Bankensystem so unendlich viel mehr Geld wert ist, als das hiesige Schulsystem- was das für ein nationales Anliegen ist, das da gemeinschaftlich von allen Parteien in der Finanzkrise verfolgt wird?
via TP: Deutsche Schulen: “Vorsortierung, Sachzwänge, deutsche Leitkultur”.
Eine Kritik der Kritik. Warum “Bildungsinitiativen” vielleicht nicht den “Kern des Problems” treffen.
Bye bye, 1822
10. Apr
[en]
My savings bank advertised new interest rates: up to 3,25%! The catch: only for amounts that are higher than the account balance of 03/31/09. Everything else will be accounted with an interest rate of 1,75% - which is much less than before. Other than intended by marketing, I am going to cancel my account.
[de]
Die Tagesgeldbank meines geringsten Mißtrauens bietet jetzt sagenhafte 3,25% Zinsen – auf “jeden neuen Euro”. Konkret heißt dass, dass jede Summe, die den Kontostand vom 31.03. übersteigt mit 3,25% verzinst wird, der Rest aber mit 1,75%. Anders, als vielleicht vom Marketing gedacht, hat mich das nicht dazu gebracht, neu einzuzahlen, sondern mein Geld komplett abzuziehen. Auf den Arm nehmen kann ich mich selbst!
Lohn des Ausharrens
28. Jan
Telepolis pnews: Wer bei Lohnzahlungs-Verzögerung nicht sofort kündigt, den bestraft die Rechtslage
Welche Auswirkungen die Untätigkeit des, in anderen Fragen ausgesprochen geschäftigen Justizministeriums hat, erleben gerade 40 ehemalige Mitarbeiter der Firma Maintaldruck im oberfränkischen Mainleus. Von ihnen fordert Insolvenzverwalter Robert Wartenberg jeweils drei Monatsgehälter zurück. Möglich wurde dies, weil Maintaldruck die Gehälter für die Monate Januar, Februar und März 2008 erst im April ausbezahlte. Nachdem die Firma im Juni Pleite machte, argumentierte Wartenberg, dass die “Akzeptanz” der verspäteten Lohnzahlung ein Zeichen dafür sei, dass die Arbeitnehmer von der drohenden Insolvenz gewusst, und sich damit in den Anwendungsbereich der Paragraphen 129 ff. begeben hätten.
Ein Arbeitnehmer hat allerdings kaum eine Wahl, verzögerte Lohnzahlungen nicht zu akzeptieren: Kündigt er deshalb, wird ihm für drei Monate das Arbeitslosengeld gesperrt.
Ohne Worte.
Unerwarteter Geldsegen
22. Jan
Anfang 2008 hatte ich meinen Internetzugang von damals 5MBit/s auf 30MBit/s umgestellt (Was sich allerdings höchstens darin niederschlägt, dass größere Downloads mit Download-Managern schneller laufen) und dafür eine Umstellungsgebühr von 36,- EUR überwiesen. Gestern nun erreichte mich ein Schreiben, dass mein Provider sich entschieden hat, diese Gebühr zurückkzuerstatten – wo hört man schon einmal, dass ein Unternehmen vereinnahmtes Geld zurückerstattet?
Cross-Border-Katastrophe
28. Okt
Ein anderes Beispiel: Die Lutherstadt Wittenberg hat ihre Kanalisation veräußert. Schon früher waren die Kanalisation und die dazu gehörenden Klärwerke überdimensioniert und in der Zwischenzeit sind weitere 15.000 Einwohner abgewandert, jedoch darf die Stadt Wittenberg ihre Kanalisation im Wert nicht verkleinern. Also steigen die Abwassergebühren, weil diese auf immer weniger Einwohner umgelegt werden müssen. Also entstehen auf diesem Wege für die Bürger neue Kosten.
telepolis
Im Interview wird dargestellt, dass nicht sein kann, was nicht sein kann: Geld aus dem Nichts mit merkwürdigen Vertragswerken zu schaffen. Cross-Border-Leasings sind mittlerweile in den Staaten als Scheingeschäft eingestuft. Gleichzeitig verursachen Vertragsbestandteile (AAA-Rating für Finanzierung und Versicherung) in Zeiten der Finanzkrise Zusatzkosten, die die an die Kommunen gezahlten Beträge auffressen oder übersteigen.
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